Warum eine Notfall-Checkliste?
Ein Sturz, ein Herzinfarkt, ein plötzlicher Krankenhausaufenthalt – Notfälle passieren unerwartet. In solchen Momenten müssen Angehörige, Rettungsdienst und Ärzte schnell an wichtige Informationen kommen. Wer dann erst suchen muss, verliert wertvolle Zeit.
Diese Checkliste hilft Ihnen, alles Wichtige an einem Ort zusammenzufassen.
1. Notfallnummern
Notieren Sie diese Nummern gut sichtbar (z.B. am Kühlschrank):
- Notruf: 112 (Rettungsdienst und Feuerwehr)
- Polizei: 110
- Giftnotruf: (je nach Bundesland, z.B. 030 19240 für Berlin)
- Hausarzt: Name, Adresse, Telefonnummer
- Fachärzte: Kardiologe, Orthopäde etc.
- Apotheke: Stammapotheke mit Notdienst-Auskunft (0800 0022833)
- Angehörige: Mindestens 2 Kontaktpersonen mit Handynummer
- Nachbarn: Die einen Schlüssel haben
- Hausnotruf: Falls vorhanden – Anbieter und Kundennummer
2. Medizinische Informationen
Diese Angaben können im Notfall leben retten:
- Blutgruppe
- Allergien: Medikamente, Nahrungsmittel, Kontrastmittel
- Diagnosen: Diabetes, Herzerkrankungen, Bluthochdruck, Schrittmacher etc.
- Aktuelle Medikamente: Name, Dosierung, Einnahmezeitpunkt (Medikamentenplan vom Arzt)
- Implantate: Künstliche Gelenke, Herzschrittmacher, Stents
- Impfstatus: Besonders Corona, Grippe, Tetanus
Tipp: Legen Sie eine Kopie in Ihre Geldbörse und geben Sie eine Kopie an Ihre Vertrauensperson.
3. Wichtige Dokumente
Sammeln Sie Kopien dieser Dokumente in einem Notfallordner:
- Personalausweis / Reisepass
- Krankenversicherungskarte
- Patientenverfügung (Original und Kopie)
- Vorsorgevollmacht (Original und Kopie)
- Betreuungsverfügung
- Organspendeausweis
- Schwerbehindertenausweis (falls vorhanden)
- Rentenbescheide
- Versicherungspolicen (Kranken-, Pflege-, Unfall-, Haftpflicht-)
- Bankverbindungen (IBAN, Daueraufträge)
- Grundbuchauszüge / Mietvertrag
- Testament (Aufbewahrungsort notieren)
4. Digitaler Nachlass
Immer wichtiger und oft vergessen:
- E-Mail-Zugänge: Mindestens das Haupt-E-Mail-Konto.
- Online-Banking: Zugangsdaten sicher hinterlegen (z.B. versiegelter Umschlag bei Notar).
- Social-Media-Konten: Was soll damit geschehen?
- Abonnements: Streaming, Zeitungen, Apps – was muss gekündigt werden?
- Cloud-Speicher: Fotos, Dokumente – wo liegen sie?
5. Organisatorisches
- Schlüssel: Wer hat einen Ersatzschlüssel? Wo liegt er?
- Haustiere: Wer versorgt sie im Notfall?
- Pflanzen: Wer gießt?
- Regelmäßige Termine: Arzttermine, Therapien, Ehrenamt – wer muss informiert werden?
- Bestattungswünsche: Erd- oder Feuerbestattung? Bestattungsvorsorgevertrag vorhanden?
So nutzen Sie die Checkliste
- Drucken Sie die Liste aus und füllen Sie sie in Ruhe aus.
- Bewahren Sie den Notfallordner an einem festen, bekannten Ort auf.
- Informieren Sie mindestens zwei Vertrauenspersonen, wo der Ordner liegt.
- Überprüfen Sie die Angaben einmal jährlich und aktualisieren Sie sie.
- Tragen Sie eine Notfallkarte im Geldbeutel mit den wichtigsten Infos.
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