Wie hoch wird meine Rente? Renteninformation verstehen und berechnen

Die Renteninformation: Ihr jährlicher Rentenbrief

Einmal im Jahr erhalten alle Versicherten ab 27 (mit mindestens 5 Beitragsjahren) eine Renteninformation per Post. Dieses Dokument zeigt Ihnen, wie hoch Ihre Rente voraussichtlich sein wird. Doch die Zahlen sind oft verwirrend.

Die drei wichtigsten Zahlen

  • Bisher erreichte Rente: Was Sie bekommen würden, wenn Sie ab sofort keine Beiträge mehr zahlen. Die niedrigste Zahl.
  • Hochgerechnete Rente: Was Sie erhalten, wenn Sie bis zur Regelaltersgrenze weiter wie bisher einzahlen. Die realistischste Zahl.
  • Rente mit Rentenanpassungen: Wie die hochgerechnete Rente, aber mit geschätzten künftigen Rentenerhöhungen (1 bis 2 Prozent jährlich). Die optimistischste Zahl.

Wichtig: Alle Beträge sind Bruttorenten. Davon gehen noch Kranken- und Pflegeversicherung (ca. 11 Prozent) und ggf. Steuern ab.

Entgeltpunkte – die Währung der Rente

Entgeltpunkte sind das Herzstück der Rentenberechnung. Für jedes Beitragsjahr erhalten Sie Punkte:

  • 1 Punkt = ein Jahr lang den Durchschnittsverdienst (2026: ca. 45.500 Euro brutto) eingezahlt.
  • 0,5 Punkte = Sie haben die Hälfte des Durchschnitts verdient.
  • 2 Punkte = Sie haben das Doppelte verdient (gedeckelt bei ca. 1,8 Punkten durch die Beitragsbemessungsgrenze).

Am Ende werden alle Punkte addiert. Ein durchschnittlicher Arbeitnehmer mit 45 Beitragsjahren hat 45 Entgeltpunkte.

Die Rentenformel

Die monatliche Bruttorente berechnet sich nach einer einfachen Formel:

Monatsrente = Entgeltpunkte × Zugangsfaktor × Rentenartfaktor × aktueller Rentenwert

  • Zugangsfaktor: 1,0 bei Regelaltersrente. Bei Frührente: 0,003 Abzug pro Monat (0,3 Prozent).
  • Rentenartfaktor: 1,0 für Altersrente, 0,5 für halbe Erwerbsminderungsrente.
  • Aktueller Rentenwert: Was ein Entgeltpunkt wert ist. 2026 (West): ca. 39,50 Euro.

Beispiel: 40 Entgeltpunkte × 1,0 × 1,0 × 39,50 Euro = 1.580 Euro brutto monatlich.

Brutto vs. Netto: Was bleibt wirklich?

Von der Bruttorente werden abgezogen:

  • Krankenversicherung: ca. 7,3 Prozent (plus halber Zusatzbeitrag, zusammen ca. 8,5 Prozent).
  • Pflegeversicherung: ca. 2,3 bis 4,0 Prozent (je nach Kinderzahl).
  • Einkommensteuer: Abhängig vom Besteuerungsanteil und Ihrem Gesamteinkommen.

Faustregel: Von der Bruttorente bleiben ca. 80 bis 85 Prozent netto übrig (vor Steuern).

Frührente vs. Regelaltersrente

  • Regelaltersgrenze: Jahrgang 1964 und später: 67 Jahre.
  • Rente mit 63: Für besonders langjährig Versicherte (45 Beitragsjahre) – abschlagsfrei ab 65 (Jahrgang 1964).
  • Frührente ab 63: Für langjährig Versicherte (35 Beitragsjahre) – mit Abschlägen von 0,3 Prozent pro Monat vor der Regelaltersgrenze.
  • Rechenbeispiel: 2 Jahre früher = 24 Monate × 0,3 Prozent = 7,2 Prozent weniger Rente – lebenslang.

So erhöhen Sie Ihre Rente

  • Lücken schließen: Fehlende Zeiten (Ausbildung, Kindererziehung) beim Rentenversicherungskonto nachtragen.
  • Freiwillige Beiträge: Ab 50 können Sie freiwillige Sonderzahlungen leisten, um Frührentenabschläge auszugleichen.
  • Länger arbeiten: Jedes Jahr über die Regelaltersgrenze hinaus bringt 6 Prozent Zuschlag plus zusätzliche Entgeltpunkte.
  • Betriebsrente und Riester: Zusätzliche Standbeine neben der gesetzlichen Rente aufbauen.

Kostenlose Beratung

Die Deutsche Rentenversicherung bietet kostenlose persönliche Beratung an – telefonisch (0800 1000 4800), online oder in einer der 200 Beratungsstellen. Nutzen Sie dieses Angebot, besonders 5 bis 10 Jahre vor der Rente.