Musik – das beste Gehirntraining
Kaum eine Tätigkeit aktiviert so viele Gehirnareale gleichzeitig wie Musizieren: Hören, Fühlen, Koordination, Gedächtnis, Emotion und Motorik arbeiten zusammen. Studien der Universität Zürich zeigen, dass Musizieren die kognitive Leistungsfähigkeit im Alter deutlich verbessert – selbst wenn man erst spät anfängt.
Ein Instrument lernen – auch mit 60, 70 oder 80
Es ist ein weit verbreiteter Mythos, dass man nur als Kind ein Instrument lernen kann. Erwachsene lernen anders, aber nicht schlechter: Sie bringen Lebenserfahrung, Geduld und Motivation mit.
Klavier und Keyboard
- Warum: Beide Hände arbeiten unabhängig – perfektes Gehirntraining. Schnelle erste Erfolgserlebnisse.
- Einstieg: Ein gebrauchtes Digitalpiano gibt es ab 300 Euro. Keyboard ab 100 Euro.
- Unterricht: Musikschule (ab 80 Euro/Monat), Privatlehrer oder Online-Kurse.
Gitarre und Ukulele
- Warum: Tragbar, gesellig, riesiges Lied-Repertoire. Die Ukulele ist kleiner und einfacher als die Gitarre.
- Einstieg: Eine gute Anfänger-Gitarre ab 150 Euro, Ukulele ab 50 Euro.
- Tipp: Schon mit 3 bis 4 Akkorden können Sie Dutzende Lieder begleiten.
Blockflöte und Mundharmonika
- Warum: Klein, günstig, leicht zu transportieren. Die Mundharmonika ist zudem gut für die Atemmuskulatur.
- Einstieg: Qualitätsflöte ab 30 Euro, Mundharmonika ab 25 Euro.
- Vorteil: Man kann allein oder in der Gruppe spielen.
Singen – das einfachste Instrument
Ihre Stimme haben Sie immer dabei. Singen stärkt die Atemmuskulatur, hebt die Stimmung und verbindet mit anderen Menschen.
Chor
- Kirchenchor: Oft kostenlos, regelmäßige Proben, Gemeinschaft.
- Seniorenchor: Speziell auf die Stimmlagen älterer Sänger abgestimmt. Keine Vorkenntnisse nötig.
- Pop- und Rockchor: Moderne Lieder in lockerer Atmosphäre. Immer beliebter!
Singegruppen und offenes Singen
Weniger formell als ein Chor: Einfach zusammenkommen und gemeinsam singen. Keine Noten, kein Leistungsdruck. In vielen Städten gibt es regelmäßige „Rudelsingen“-Veranstaltungen in Konzerthallen.
Musik hören und erleben
Auch Musikgenuss ohne eigenes Spielen hat positive Effekte:
- Konzerte besuchen: Viele Konzerthaus-Abos bieten Seniorenermäßigungen. Auch Kirchenkonzerte sind oft kostenlos.
- Musikstreaming: Spotify, YouTube und Co. bieten Zugang zu jeder Musik der Welt – oft kostenlos.
- Musiktherapie: Bei Demenz, Depression oder chronischen Schmerzen kann Musiktherapie helfen – manchmal von der Krankenkasse bezahlt.
Praktische Tipps für den Einstieg
- Üben Sie regelmäßig, aber kurz: 15 Minuten täglich bringt mehr als 2 Stunden am Wochenende.
- Setzen Sie sich kleine Ziele: Ein Lied in 4 Wochen lernen – nicht ein Konzert in 4 Monaten.
- Spielen Sie Musik, die Sie mögen: Motivation kommt von innen.
- Suchen Sie Mitspieler: Gemeinsam macht Musik doppelt Freude.
- Seien Sie geduldig: Erwachsene wollen alles schnell können. Erlauben Sie sich, Anfänger zu sein.
Noch mehr Inspiration für die Freizeit
- Kreative Hobbys – Malen, Töpfern, Fotografieren und mehr
- Garten & Natur – Hobbys an der frischen Luft
- Ehrenamt – musikalische Talente in der Gemeinschaft einbringen
Musizieren hält das Gehirn fit – es gehört zu den wirksamsten Maßnahmen zur Demenzprävention. Integrieren Sie Musik mit dem Tagesplaner fest in Ihren Alltag.
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